Der lang erhoffte Durchbruch im Hallenbau

Ab dem Jahr 2005 entwickelte das Thema Hallenbau in der Marktgemeinde eher unerwartet eine gewaltige Schubkraft. Der Chronist weiß noch aus eigenen Jugenderinnerungen, dass beim Turnverein schon vor etwa 30 Jahren dieses Thema in Jahreshauptversammlungen für Furore und heiße Abstimmungsschlachten sorgte. 1996 im Wahlkampf schrieben sich alle politischen Parteien die Behebung des Engpasses bei den Sporthallen auf ihre Fahnen, Max Sedlmeir legte den Standort Hartplatz hinter der Realschule fest. Der TVM unternahm in der Folge alle möglichen Anstrengungen, um den Hallenbau voranzubringen: Es wurde sogar eine stattliche Summe ausgegeben für die Planung einer vereinseigenen Einzelhalle neben der Sportplatz-Tribüne. Hintergrund war immer, dass das stetig anwachsende Vereinsvermögen die Gefahr des Verlustes der Gemeinnützigkeit in sich trug. Aber der TVM konnte dem Finanzamt gegenüber immer nachweisen, dass er aktiv war, dass er sein Vermögen splittete und sein Ziel emsig verfolgte: Den Bau einer eigenen Halle, am besten aber in Zusammenarbeit mit Landkreis und Kommune, um eine Dreifach-Sporthalle zu realisieren.

Feierlichkeiten zur VertragsunterzeichnungMit der neuen Vorstandschaft unter dem 1. Vorsitzenden Thomas Albert gab es Mitte des Jahres 2005 dann für Bürgermeister Hans-Dieter Kandler einen Vertreter des Turnvereins, dem er nach eigenen Worten als Verhandlungspartner vertrauen konnte. Beim TVM bildete sich ein Bauausschuss mit den Mitgliedern Thomas Albert, Georg Salm, Werner Zegowitz, Manfred Broda, Dieter Siegmund und Anton Schlickenrieder. Es wurde das Gemeinschaftsprojekt dreier Bauherren endgültig aus der Taufe gehoben: Verein, Kommune, Landkreis. Die ersten Schritte galten den Vertragsgrundlagen, die den Bau und die spätere Nutzung regeln sollten. Das Jahr 2005 ging damit dahin, denn die in Jour-Fixe-Sitzungen und zwischen den Juristen Kandler und Zegowitz erarbeiteten Texte mussten in den jeweiligen Gremien (Marktgemeinderat, Kreisgremien und TVM-Mitgliederversammlung) immer wieder abgestimmt werden.
Anfang Januar 2006 wurden mehrere Architekturbüros gebeten, gegen ein festgelegtes Pauschalhonorar Entwürfe anzufertigen für einen Wettbewerb. Der TVM schlug auf Anraten Peter Ottos zusätzlich die Firma Deuter aus Augsburg vor, deren Fertighallen als sehr kostengünstig bekannt waren. Die Entwürfe wurden am 19. Mai im Papst-Johannes-Haus ausgehängt, von den Architekten vorgestellt und von allen Beteiligten in Augenschein genommen. Reinhard Elbl war als einziger von der Linie abgewichen, die Halle zur Realschule hin zu orientieren und machte geltend, dass die Drehung des Objekts nach Westen eine weitaus bessere Belichtungssituation mit sich bringt. Außerdem sah er einen eigenständigen Anbau einer zusätzlichen Vereins-Gymnastikhalle vor; der Wunsch nach einem wirklichen Eigentum des Vereins hatte sich in Vorgesprächen immer mehr herauskristallisiert.

Trotzdem hielt der TVM zuerst am Entwurf von Ernst Gradl (Deuter) fest; dieser war aber vor allem Kreisbaumeister Johannes Neumann wegen des Status der Firma als Generalübernehmer suspekt. Kreis und Kommune hatten sich für den Elbl-Entwurf entschieden, man musste sich also einigen. Das geschah am 29. Mai, wobei auch immer noch heiß darüber diskutiert wurde, ob man zusätzlich einen Projektsteuerer benötigen würde oder nicht. "Mit Elbl, aber ohne Projektsteuerer", auf diesen Kompromiss einigte man sich.
Am 6. Juni holte sich eine Abordnung des TVM zusammen mit Kandler und Elbl genauere Auskünfte bei Manfred Rosenberger vom BLSV wegen der Förderung der TVM-Hallenteile. Das Gemeinschaftsprojekt wurde auch mit der Regierung von Schwaben abgesprochen, die Partner Kommune und Landkreis einigten sich eigens wegen ihrer Hallenteile.

Die Mitgliederversammlung am 07. Juli 2006 gab dem Gesellschaftsvertrag (Hallenbau-GbR) und der Nutzungsvereinbarung grünes Licht, beide Verträge wurden am 21. Juli unterzeichnet.
Reinhard Elbl hatte seine Pläne (mit vergrößerten Geräteräumen, Tribüne und Aufzug) am 25. September 06 fertig, Anfang Dezember fand eine zweite Besprechung beim BLSV statt, die noch etwas positivere Zahlen erbrachte als gedacht. Der Zuschussantrag des Vereins wurde dann am 16. Dezember 2006 gestellt. Der nächste notwendige Schritt war, dass sich der TVM das künftige Eigentum auch grundrechtlich sicherte, die Überlassung der dazu nötigen Flächen durch den Markt Mering erfolgte kostenlos, ist aber daran gebunden, nur gültig zu sein, so lange eine Gymnastikhalle auf der Fläche steht. Der Unterhalt eines solchen Bauwerks ist laut Architekt Elbl vergleichbar mit dem für ein Einfamilienhaus. Die Regierung von Schwaben (RvS) gab für die Dreifach-Sporthalle am 28. Februar 2007 grünes Licht. Dass der Bauantrag das Genehmigungsverfahren nach längeren Prüfungen passiert hatte, konnte am 07. März 2007 gefeiert werden. Und am 02. August 2007 erteilte auch der BLSV die Zustimmung zum vorzeitigen Baubeginn.

Vorstandschaft mit HallenmodellDas half allerdings nicht mehr, um dem heimlichen Wunsch Rechnung zu tragen, die Halle möge im Jubiläumsjahr noch fertig werden. Die Baukonjunktur hatte angezogen, es drohten wesentlich höhere Preise bei diversen Gewerken. Stahl etwa war Mitte des Jahres um 30 Prozent im Preis gestiegen – Elbls Tragwerk ist zum Glück aus Holz. Der Landkreis musste die parallel betriebene Aufstockung der Realschule deswegen neu überrechnen und begab sich sogar auf die Suche nach einem anderen Konzept. Da die Gesamtkosten der Dreifach-Sporthalle durch die Zusatzwünsche an die Grenze dessen stießen, was die Pauschale der RvS hergab, sollten möglichst keine Mehrkosten entstehen, da diese dann voll selbst zu tragen sind. Darum wurde beschlossen, den Winter für die Ausschreibung der Gewerke herzunehmen, um möglichst günstige Preise zu erzielen. Ob dies aufgeht, wird sich erst erweisen. Und: Es muss mit etwa 20 Monaten Bauzeit gerechnet werden.

Große Zufriedenheit bei den Verantwortlichendes Vereins herrschte im Oktober 2007, als sich herausstellte, dass die Einschätzung der finanziellen Leistungsfähigkeit des Vereins richtig war. Der für die Finanzierung des Hallendrittels unerlässliche Verkauf des Turnplatzes an der Jahnstraße ergab einen Reinerlös, der kalkulatorisch fast genau reichte, um mit dem angewachsenen Vermögen und dem Zuschuss des BLSV ein volles Hallendrittel zur Nutzung zu erhalten und das auch bezahlen zu können. Nach dem von Planer Elbl ausgearbeiteten Kostenverteilungsschlüssel (Unterschiede ergeben sich etwa daraus, dass die Kommune die Kosten für eine ausfahrbare Tribüne komplett selbst trägt) muss der Turnverein 1,107 Millionen € aufbringen. Die Pauschale des BLSV dafür liegt höher, beträgt 1,272 Mio €.

Die Jahreshauptversammlung des Jahres 2006 war extra spät terminiert, um eine wichtige Frage klären zu können: Kann sich der Turnverein einen vereinseigenen Anbau leisten? Und wenn ja, in welcher Größe? Das Ehepaar Schlickenrieder legte den Mitgliedern die Fakten dar, den Bedarf an Übungsstunden in den Abteilungen und die vorhandenen finanziellen Mittel. Nach eingehender Beratung und genauer Abwägung der Vorzüge und Nachteile waren die 92 anwesenden Wahlberechtigten des TVM einhellig der Meinung, dass man sich den "großen" Anbau leisten kann, also eine Gymnastikhalle mit 144 Quadratmetern Größe, Geräteraum, Umkleiden und Geschäftszimmer. Der BLSV setzte dafür später (am 25. 09. 07) als zuwendungsfähige Kosten 567 000 Euro an. Man beachte: Es war bei einem überdurchschnittlichen Besuch einer Mitgliederversammlung ein einstimmiger Beschluss!
Derzeit (Stand: Weihnachten 2007) laufen die Ausschreibungen der Gewerke, für Januar ist die Submission vorgesehen, im Februar 2008 Auftragsvergabe. Und je nach Witterung soll spätestens im April 2008 der Spatenstich stattfinden. Weihnachten 2009 wären dann die Hallen frei für die erste Benutzung.

Presseartikel zum Sporthallenneubau:

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